
Dr. Hongying Foscht,
Eurosina Consulting & Trading
Foscht: Chinesen sehen eine Krise immer auch als Chance. In solchen Konfliktsituationen muss das Gesicht bewahrt werden. Wenn Probleme auftreten, sollen diese nicht direkt angesprochen werden. Wichtig ist, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen. Nachverhandeln ist auf beiden Seiten möglich, wichtig ist dabei immer fair und im Rahmen zu bleiben.
Foscht: Die Wirtschaftkrise ist auch ein sehr emotionales Thema. Außerdem verhalten sich Chinesen im Kontakt mit Europäern in der Regel passiv. Wichtig ist immer, das Vertrauen des Geschäftpartners zu gewinnen. Das Verhandeln sollte nicht direkt angesprochen werden. Der Weg dahin kann indirekt zB über die Liefer- und Zahlungskonditionen etc. führen. Der „Zauberspruch“ lautet: Wir helfen uns gegenseitig, nicht primär „ich“ will gewinnen.
Foscht: Häufig wird in Schulungen oder Büchern erklärt wie man zB Visitenkarten übergibt usw. Dieses Wissen wird von Europäern meist völlig überschätzt. Wesentlich leichter und häufiger machen sich Europäer durch Hochnäsigkeit, rechthaberisches Verhalten und Selbstüberschätzung lächerlich. Nur durch eine entsprechende Sensibilität, Offenheit und auch grundsätzliches Kulturverständnis kann man diese Probleme vermeiden.
Foscht: Viele der angesprochenen Themen sind chinaspezifisch. Aufgrund der gemeinsamen Geschichte und desselben kulturellen Hintergrunds in vielen Ländern Asiens, sind viele der angesprochenen Phänomene grundsätzlich auch in anderen asiatischen Ländern anzutreffen.