
DI Norbert Freund,
CiT-Management-Individual-Training
DI Freund: Angst um den Arbeitsplatz, Konkurrenz- und Leistungsdruck, stark hierarchische und intransparente Unternehmensstrukturen, sowie mangelhafte Führungsqualitäten sind ein guter Nährboden.
Gemobbt wird auch, wenn eine Streitkultur fehlt oder in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit. Denn dann will man auch unter widrigen Bedingungen den Arbeitsplatz halten. Dann führen Antipathie, Neid, Frust, falscher Ehrgeiz, Intoleranz und Selbstüberschätzungen von Gruppen zu Mobbing. Auf der anderen Seite gibt es auch Mobbingopfer, die durch ihr Verhalten Mobbing herausfordern.
Wenn sie es erkennen, ist es meistens schon sehr spät. Konflikte verlaufen in der ersten Stufe latent. Begrenzte Schläge gegen Mobbingopfer passieren in der Abwesenheit der Führungskraft.
Es braucht Führungskräfte, die nicht nur fachlich, sondern auch menschlich reif sind und eine Unternehmenskultur, die auf Wertschätzung beruht und jeder/m MitarbeiterIn das Gefühl gibt, dass er/sie willkommen und erwünscht ist. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat oder eine Betriebsvereinbarung, die Mobbing im Vorfeld ausschließt, sind ebenfalls hilfreich.
Da es keine konfliktfreie Welt gibt, gibt es auch keine solchen Betriebe. Es gibt keine Patentrezepte aber einige Faustregeln. Je jünger ein Konflikt ist, desto größer ist die Chance ihn zu lösen. Deshalb bei auftauchenden Frustrationen und immer wiederkehrenden, kleinen Streitereien hinschauen anstatt wegsehen. Sensitiv die Betroffenen auf diese Symptome hin ansprechen.